„Dabei sein ist alles“ – Frank Bartheidel prägt seit 30 Jahren den Parasport

Frank B.

Osthessen News: 26.02.26 ++ Er ist Coach, Motivator, Vertrauensperson und Wegbegleiter. Er bringt die Menschen nicht nur sportlich weiter, sondern macht ihnen Mut, ihre eigenen Grenzen zu verschieben – sowohl im Wasser als auch darüber hinaus. Frank Bartheidel ist seit mittlerweile 15 Jahren Para-Schwimmtrainer bei den Wasserfreunden Fulda, baut Vertrauen auf, stärkt das Selbstbewusstsein und zeigt, dass Leistung eben viele Gesichter hat.

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Der 65-Jährige begann schon mit neun Jahren, selbst zu schwimmen. „Seitdem zieht sich der Sport wie ein roter Faden durch mein Leben“, erzählt er im OSTHESSEN|NEWS-Gespräch. Für ihn ist das Schwimmen eine wunderbare Freizeitbeschäftigung, die den Körper stärkt, ohne die Gelenke zu belasten. „Es ist immer nützlich“, betont der Coach und genau diese Überzeugung begleitet ihn bis heute.

Vom Leistungssportler zum engagierten Trainer

Frank Bartheidel lebt im Königreich Flieden (Landkreis Fulda) und war lange selbst aktiv im Leistungssport, bevor er über seinen Sohn den Weg ins Traineramt fand. Irgendwann sei der eigene Leistungssport nicht mehr attraktiv gewesen – dafür aber umso mehr die Arbeit als Trainer. Besonders stolz ist er auf die Erwachsenengruppe, die er selbst aufgebaut hat und die es bis zu den Deutschen Meisterschaften geschafft hat. Seit 15 Jahren ist Bartheidel bei den Wasserfreunden für den Parasport zuständig. Ehrenamtlich engagiert er sich zudem im Hessischen Schwimmverband und in der Verbandsarbeit. Sein Ziel war von Anfang an klar: die Gruppen zu vergrößern und das sportliche Niveau Schritt für Schritt anzuheben.

„Ich bin erstaunt, was der Junge trotz seiner Erblindung leistet“

Angefangen hat vieles mit den Special Olympics, wo der Gedanke „Dabei sein ist alles“ im Mittelpunkt steht. Doch mit der Zeit wurde es immer leistungsorientierter und spannender. In seiner Gruppe schwimmen Menschen mit ganz unterschiedlichen Beeinträchtigungen: geistige Einschränkungen, körperliche Besonderheiten, ein blinder Jugendlicher. Gerade Letzterer beeindruckt ihn sehr: „Ich bin erstaunt, was der Junge trotz seiner Erblindung leistet. Mittlerweile haben wir ein richtig gutes Vertrauensverhältnis.“

Bartheidel betreut heute eine Erwachsenengruppe mit jeweils zehn Sportlern sowie eine Kinder- und Jugendgruppe mit sieben Teilnehmern zwischen neun und sechzehn Jahren. Auf die Frage, was ihm mehr Freude bereitet, muss er kurz überlegen – doch dann sagt er mit einem Schmunzeln: „Mit den Kiddis macht es einfach mehr Spaß. Die wollen wirklich etwas erreichen.“

Dass er überhaupt in den Parasport gekommen ist, war quasi ein Zufall: Der damalige Trainer der Gruppe zog weg und es wurde jemand Passendes gesucht. „Hat jemand Lust?“, hieß es damals und für Bartheidel war sofort klar: „Ja, das will ich.“ Mittlerweile sagt er, dass sich alles gefügt habe. Die anfängliche Unsicherheit war schnell weg und er merkte, dass man mit Ruhe, Geduld und einem offenen Herzen richtig viel bewegen kann.

Für Frank Bartheidel ist klar: Im Parasport bekommt man unglaublich viel zurück. Und genau das treibt ihn an – seit 30 Jahren, mit ungebrochener Begeisterung und jeder Menge Leidenschaft. (Julia Schuchardt) +++